Kritik an Produkten zum Abnehmen

Speziallebensmittel zum Abnehmen ernten oft Kritik. Dies ist leider auch immer wieder gerechtfertigt. Denn es gibt viele Produkte auf dem Markt, die den gesetzlichen oder wissenschaftlichen Anforderungen nicht entsprechen. Aber es gibt auch Kritik, die einer sauberen wissenschaftlichen Beurteilung nicht standhält.

Der Markt ist übersät von Produkten zum Abnehmen. Die Palette reicht von Pillen und Pulvern bis hin zum fixfertigen Mahlzeitersatz oder dem Ersatz der gesamten Ernährung. Solche Produkte werden aber oft mit unwahren oder gesetzeswidrigen Angaben beworben. Am diesjährigen Europäischen Adipositas Kongress in Wien wurde vom Kings College London eine Studie vorgestellt, gemäss derer in Grossbritannien rund 80 % der auf dem Markt verkauften Mahlzeitersatz-Produkten übertriebene oder unwahre Aussagen tragen und so die gesetzlichen Anforderungen nicht erfüllen (zum Artikel). Ein ähnliches Bild ist auch in anderen Ländern zu erwarten. Daher ist es von zentraler Bedeutung, evidenzbasiert zu informieren: Alle Angaben zu Lebensmitteln im Allgemeinen und insbesondere zu Speziallebensmitteln müssen wissenschaftlich gestützt und wahr sein. Damit soll der Konsument vor Irreführung und Täuschung geschützt werden.

Kritik Produkte Abnehmen

Wann ist Kritik gerechtfertigt?

Manchmal aber werden Produkte zu Unrecht kritisiert. Leider ist es für Laien praktisch unmöglich, begründete von nicht haltbarer Kritik zu unterscheiden. Die Ernährung und ihre Auswirkungen auf den Körper sind dermassen komplex, dass ohne entsprechende Ausbildung das nötige Know-how für eine eigenständige Beurteilung fehlt. Wie komplex die Ernährung ist, lässt sich alleine anhand der Ausbildungen in diesem Bereich herleiten. Für Fachleute in der Ernährungsberatung wird europaweit mindestens eine 3-jährige Vollzeit-Ausbildung auf Bachelorniveau erwartet. Ernährungswissenschaftler haben mindestens eine 5-jährige Ausbildung auf Masterniveau hinter sich, oft gefolgt von einem Doktorat von 3 bis 5 Jahren Dauer.

In der Medizin und Ernährung geht es darum, alle Aussagen und Empfehlungen immer auf evidenzbasierter Art und Weise herzuleiten. Diese ursprünglich in der evidenzbasierten Medizin entwickelten Prinzipien haben das simple Ziel, die bestmöglichen Empfehlungen basierend auf der zurzeit vorliegenden wissenschaftlichen Evidenz von hoher Qualität zu entwickeln 1. Die Qualität der Evidenz wird dabei in verschiedene Levels eingestuft. Die höchste Qualität liegt vor, wenn viele sauber und über lange Zeiträume durchgeführte Studien zu gleichen Ergebnissen kommen. Dies entspricht dann den sogenannten systematischen Zusammenfassungen von Kohortenstudien. Die schlechteste Qualität der Evidenz ist hingegen etwas, das für Laien seltsam erscheinen mag: eine Expertenmeinung. Hier muss man aber etwas differenzieren. Wenn eine Expertenmeinung auf Evidenz von hoher Qualität verweist, die entsprechenden Studien also jeweils zitiert, dann gilt der Experte als Vermittler von Evidenz hoher Qualität. Wenn aber eine Expertenmeinung ohne entsprechende Nennung von Studien daherkommt, dann wird sie als blosse, persönliche Meinung eingestuft und erhält die niedrigste Stufe der Qualität. Für Laien sind dies einfache Beurteilungsmerkmale. Zitiert ein Experte keine wissenschaftlichen Quellen, darf man gerne ein Fragezeichen zum Gesagten setzen. Werden Studien zitiert und kommen in den Quellenangaben Worte wie «systematisch» oder «Review» oder «Meta-Analyse» vor, dann handelt es sich mit hoher Wahrscheinlichkeit um eine hohe Qualität der Evidenz.

Die Vegisan AG und andere seriöse Hersteller nennen daher in ihren Aussagen jeweils die entsprechenden wissenschaftlichen Quellen. Dies ermöglicht auch, dass echte Fachleute die Aussagen eigenständig nachprüfen können.

KRITIK: «Diäten mit einem hohen Kaloriendefizit (z.B. bei Zufuhr von nur 1000 kcal täglich wie bei den ultradichten Nährstoff-Tabs) sind zum Abnehmen ungeeignet. Denn man nimmt die verlorenen Kilos nach dem Abnehmen wieder zu.»

Eine häufige Kritik betrifft das rasche oder starke Abnehmen. Wenn man mit der Nahrung nur wenige Kalorien zu sich führt, muss der Körper die fehlenden Kalorien aus den Körperreserven mobilisieren. Je geringer die Kalorienzufuhr, umso grösser ist dabei der theoretische Gewichtsverlust. Die Frage ist nun, ob man bei einem grossen Kaloriendefizit so stark bzw. schnell abnimmt, dass der Körper irgendwie immer gegensteuert und nach dem Abnehmen das verlorene Gewicht wieder einbunkert.

Die ultradichten Nährstoff-Tabs gehören zur gesetzlichen Lebensmittelkategorie «Tagesration für gewichtskontrollierende Ernährung». Eine Tagesration muss dabei von Gesetzes wegen die Ernährung des gesamten Tages ersetzen und gemäss Schweizer und europäischem Recht zwischen 800 und 1200 kcal pro Tag liefern 2,3. Erfolgt nun nach einer Phase der Gewichtsreduktion, z.B. mit den ultradichten Nährstoff-Tabs, immer ein Jo-Jo-Effekt und kriegt man dann anschliessend das gesamte verlorene Gewicht immer wieder auf die Rippen?

Die ultradichten Nährstoff-Tabs liefern als Tagesration knapp 1000 kcal/d und erfüllen somit sowohl das Schweizer wie auch europäische Recht. In der EU darf ab 2022 eine Tagesration sogar nur noch 600 kcal/d enthalten 4. Bereits diese Anpassung des EU Rechts ist ein Anzeichen dafür, dass Tagesrationen durchaus Sinn machen und nicht zwingend immer nur einen vorübergehenden Gewichtsverlust verursachen. Denn die Anpassung des Rechts basiert auf eine systematische Zusammenfassung der entsprechenden Literatur der Europäischen Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA. Ein Expertengremium hat – unter Nennung von 10 Seiten an wissenschaftlichen Quellen – die minimale tägliche Energiezufuhr bei Tagesrationen auf 600 kcal/d gesenkt, da es keine wissenschaftliche Evidenz gab, gemäss derer selbst bei einer so niedrigen Kalorienzufuhr negative gesundheitliche Auswirkungen entstünden (bei einer Einnahmedauer von bis zu 8 Wochen) 5.

Tagesrationen für gewichtskontrollierende Ernährung entsprechen auch den Empfehlungen von Adipositas Gesellschaften. Die «Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur Prävention und Therapie der Adipositas» empfiehlt beispielsweise als eine mögliche Ernährungstherapie den «zeitlich begrenzte[n] Einsatz von Formulaprodukten mit einer Energiezufuhr von 800-1 200 kcal/Tag» 6. Gleiches gilt für die European Association for the Study of Obesity. In ihrem klinischen Leitfaden halten sie unter den Ernährungsempfehlungen fest: «Erwäge Diäten mit tiefem Energiegehalt (800–1600 kcal/d), aber sei dir bewusst, dass diese möglicherweise nicht nährstoffmässig komplett sind» 7.

Hier ist anzumerken, dass die aktuellen Verordnungen zur Tagesration für gewichtskontrollierenden Ernährung sowohl in der Schweiz wie auch in der EU in der Tat einen Vitamin- und Mineralstoffgehalt (fälschlicherweise?) zulassen, der bei rund einem Dutzend an Vitaminen und Mineralstoffen tiefer liegt als die gesetzlich empfohlene tägliche Zufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen 2,3. Diese schizophren anmutende Diskrepanz entstand vermutlich aus chronologischen Gründen. Die aktuellen, gesetzlichen Empfehlungen für die Tageszufuhr an Vitaminen und Mineralstoffen (die sogenannten Nutrient Reference Values, NRV) wurden später definiert als die Anforderungen für die Tagesrationen. Es wurde dann offensichtlich versäumt, die Anforderungen der Tagesrationen an die NRV anzugleichen. Somit können heute Tagesrationen gesetzeskonform verkauft werden, auch wenn sie weniger Vitamine und Mineralstoffe enthalten als die NRV. Dies ist bei den ultradichten Nährstoff-Tabs aber nicht der Fall, denn die Zutaten wurden derart ausgewählt, dass bei allen Vitaminen und Mineralstoffen mindestens 100 % NRV enthalten sind – ohne dabei tolerierbare Höchstmengen zu überschreiten. Die oben erwähnte Vorsicht bei Diäten mit einer tiefen Energiezufuhr ist somit mehr als gerechtfertigt, trifft aber für die ultradichten Nährstoff-Tabs nicht zu.

Tagesrationen wie die ultradichten-Nährstoff Tabs werden somit aus oben genannten Gründen als ein möglicher Weg zur Gewichtsreduktion eingestuft, insbesondere wenn dabei die Zufuhr an essenziellen Nährstoffen in der Höhe der empfohlenen täglichen Zufuhr sichergestellt ist. Entsprechend werden sie auch von den Adipositas Gesellschaften empfohlen. Wie sieht es aber beim Jo-Jo-Effekt aus?

Jo-Jo-Effekt: Keine zwingende Folge des starken Abnehmens

Das Abnehmen verursacht diverse Stoffwechseleffekte, unter anderem den erwünschten Abbau von Körperreserven. Das Ausmass dieser Effekte und der eintretende Gewichtsverlust sind dabei von sehr vielen Faktoren abhängig und stark variabel. Gleiches gilt für das, was nach dem Stoppen der Diät geschieht. Alleine aufgrund dieser Vielfältigkeit sind pauschale Aussagen zum Abnehmen und den Folgeeffekten nicht haltbar.

So ist auch die Aussage, dass ein erfolgter Gewichtsverlust bei einer Energiezufuhr von beispielsweise 1000 kcal/d wie bei den ultradichten Nährstoff-Tabs anschliessend wieder aufgrund einer entsprechenden Gewichtszunahme immer und zwingend verschwindet, eindeutig nicht wissenschaftlich haltbar (siehe auch weiter unten). Es hängt primär vom Lifestyle ab, ob nach einer Gewichtsreduktion diese komplett erhalten bleibt, oder teilweise oder ganz verloren geht. Richtig ist aber, dass der ideale Lifestyle für den Gewichtserhalt nach dem Abnehmen noch nicht identifiziert wurde. Glücklicherweise wird genau dies zurzeit in der weltweit grössten Studie zur Prävention von Diabetes ermittelt. In der im letzten Magazin Beitrag beschriebenen PREVIEW Studie, in der 8 Wochen mit einer Tagesration zu 800 kcal/d einen durchschnittlichen Gewichtsverlust von 11 kg verursachten 8, wird jetzt untersucht, wie der ideale Lifestyle aussieht, um das verlorene Gewicht bestmöglich zu erhalten.

Der Jo-Jo-Effekt ist nicht zwingend und tritt höchst variabel auf, was eine pauschale Aussage im Sinne «nach jeder Diät nimmst du die verlorenen Kilos wieder zu» verunmöglicht. Bereits 2007 beschrieb eine systematisch Zusammenfassung aller zuvor sauber durchgeführten Studien den Gewichtserhalt nach einem durch verschiedene Methoden induzierten Gewichtsverlust 9. Bei Diäten mit sehr tiefem Energiegehalt von maximal 800 kcal/d betrug die Gewichtsreduktion nach 3 Jahren im Schnitt immer noch etwa 6 kg. Wenn die pauschale Aussage stimmen würde, dass die Gewichtsreduktion nach dem Absetzen einer Diät immer wieder verschwindet, insbesondere bei einem hohen Kaloriendefizit während der Diät, hätte man bei 800 kcal/d (also einem sehr hohen Energiedefizit) nach 3 Jahren keinen Gewichtsverlust mehr gesehen. Dies ist aber nachweislich nicht der Fall und somit ist die pauschale Aussage, dass ein kompletter Jo-Jo-Effekt immer nach dem Absetzen einer Tagesration eintritt, wissenschaftlich unhaltbar. Dies ist auch seit langem nachweislich dokumentiert 10.

Selbstverständlich kann ein Jo-Jo-Effekt im Einzelfall eintreten. Aber es ist wichtig zu sehen, dass dieser nachgewiesenermassen nicht zwingend ist. Selbst im Falle eines Jo-Jo-Effekt stellt sich aber die Frage, inwiefern dies ein generelles Problem darstellt. Auch hier gibt es seitens Wissenschaft Entwarnung. Bereits 1994 kam die US National Task Force on the Prevention and Treamtment of Obesity zum für viele immer noch unbekannten und überraschenden Schluss: Es gibt keine wissenschaftliche Evidenz, die darauf hinweisen würde, dass der Jo-Jo-Effekt die potenziellen Vorteile einer moderaten Gewichtsabnahme bei starkem Übergewicht zunichtemachen würde 11. Die wissenschaftlichen Evidenz hat sich unterdessen nicht geändert und die Erkenntnisse aus über 30 weiteren Studien zum Thema Jo-Jo-Effekt lassen den gleichen Schluss zu wie vor knapp 25 Jahren: Übergewichtige sollen weiterhin ermutigt werden, abzunehmen, denn es gibt kaum negative Effekte eines allfällig eintretenden Jo-Jo-Effekts bezüglich des Risikos einer anschliessenden erneuten Gewichtszunahme und dem entstehendem Adipositas Risiko wie auch bezüglich des metabolen Risikos 12.

KRITIK: «Diäten führen zu keiner langfristigen Änderung des Lebensstils. Dadurch ist der Gewichtsverlust nur von kurzer Dauer.»

Das Hauptziel jeder sinnvollen Gewichtsreduktion ist der langfristige Gewichtserhalt. Dies erfordert in der Regel eine Veränderung des Lifestyles und daher sind alle Massnahmen unterstützungswert, welche eine solche Veränderung ermöglichen und vereinfachen.

Bei Diäten wird oft folgende Auffassung vertreten: Es soll nur ein moderater Gewichtsverlust angestrebt werden (denn bei einem raschen Gewichtsverlust tritt der Jo-Jo-Effekt ein und der Grundumsatz geht zurück), gekoppelt an einer Änderung des üblichen Lifestyles mit mehr physischer Aktivität sowie gesunder Ernährung.

Dieser Ansatz ist prinzipiell sinnvoll. Nur ist er alles andere als einfach umzusetzen – und führt in der Praxis oft nicht zum Ziel. Die grosse Gefahr ist nämlich: Übergewichtige, die sich prinzipiell dazu motivieren konnten, das Gewicht zu reduzieren, empfinden die Umsetzung als mühsam und sehen nur langsam Erfolge auf der Waage – das Risiko steigt dadurch, dass sie den Versuch des Abnehmens wieder abbrechen. Die wissenschaftliche Evidenz bestätigt, dass dies effektiv der Fall ist. Denn, wie bereits in einem früheren Magazin Artikel berichtet, gibt es für Übergewichtige zwei wesentliche Faktoren, welche sie dazu motivieren, eine Lifestyle Veränderung auch umzusetzen. Gemäss einer systematischen Zusammenfassung aller diesbezüglich relevanten Studien sind es: Früher Erfolg beim Gewichtsverlust [auf der Waage] und geringer Body Mass Index beim Start der Lifestyle Veränderung 13. Erfolgsfaktoren für den Gewichtsverlust per se sind zudem: Einfache Umsetzung der Diät, rascher Gewichtsverlust sowie Unterstützung bei der Diät 14. Insbesondere der rasche Erfolg wird immer wieder – aus der Sicht der Übergewichtigen – als sehr wichtiger Faktor erkannt. Und dieser führt zu einer Reduktion des Body Mass Indexes, was wie oben beschrieben als Motivator für die Durchführung einer Lifestyle Veränderung gilt.

Wie oben erläutert, ist die Angst vor dem Jo-Jo-Effekt weitgehend unbegründet und daher fällt ein wesentlicher Grund weg, um vor einem raschen Gewichtsverlust abzuraten. Der zweite wesentliche Grund – Rückgang des Grundumsatzes bei raschem Abnehmen – ist sicherlich vorhanden. Aber der gesamte Energieverbrauch setzt sich nicht nur aus dem Grundumsatz zusammen. Berücksichtig man alle Komponenten des Energieverbrauchs ergibt sich eine höchst variable und individuelle Veränderung des Energiebedarfs beim Abnehmen 15. Eine Pauschalisierung ist wie so oft auch hier wissenschaftlich nicht haltbar und es gibt Massnahmen wie ausreichende physische Aktivität während des Abnehmens, um dem Rückgang des Energieverbrauchs entgegenzuwirken.

Die pauschale Schlussfolgerung, dass ein Gewichtsverlust nach einer Diät nur von kurzer Dauer ist, weil keine Lifestyle Veränderung erzielt wird, ist aus genannten Gründen nicht haltbar und widerspricht der wissenschaftlichen Evidenz. Im Gegenteil: Diäten können dazu führen, dass eine Lifestyle Veränderung eher umgesetzt wird.

Die Vegisan AG empfiehlt generell einen aktiven Lifestyle, auch bereits während des Abnehmens. Aufgrund des raschen Gewichtsverlusts bei Einnahme von Tagesrationen wie die ultradichten Nährstoff-Tabs und aus oben genannten Gründen wird daher bei Tagesrationen eine Lifestyle Veränderung wahrscheinlicher stattfinden als bei langsamem Abnehmen. Somit ist alleine aus diesem Grund die Einnahme von Tagesrationen zur langfristigen Gewichtsreduktion zu empfehlen, was wie oben erwähnt, auch von den Adipositas Gesellschaften unterstützt wird.

Idealerweise erfolgt bereits mit dem Abnehmen die Implementierung der Lifestyle Veränderung. Die Vegisan AG versucht dies so weit wie möglich zu unterstützen und hat dementsprechend Fitnessstudios als einen der Vertriebskanäle der ultradichten Nährstoff-Tabs ausgewählt. Mit der Einnahme der Tagesration soll gleichzeitig ein sinnvolles, massgeschneidertes Bewegungsprogramm als Start der Lifestyle Veränderung eingeführt werden.

KRITIK: «Speziallebensmittel zum Abnehmen können ein gesundes Essverhalten stören. Insbesondere, wenn es keinen gesunden Mahlzeiten-Rhythmus gibt.»

Immer wieder wird die sinnvolle Mahlzeitverteilung als 3 Hauptmahlzeiten und 2 Snacks beschrieben – z.B. im «Optimalen Teller» der Schweizerischen Gesellschaft für Ernährung. Die Begründung ist dabei praktisch immer rein theoretischer Natur und beinhaltet Argumente wie Verteilung der Energiezufuhr über den Tag. Eine entsprechende wissenschaftliche Evidenz von hoher Qualität sucht man aber vergebens.

Beim Abnehmen ist das offensichtliche Ziel ein Gewichtsverlust. Es stellt sich also hinsichtlich Mahlzeitverteilung primär die Frage, ob eine bestimmte Verteilung das Abnehmen fördert. Eine systematische Zusammenfassung aller sauber durchgeführten Studien zu dieser Fragestellung kam zum Schluss, dass bei 5 und mehr Mahlzeiten pro Tag es eher zu einer günstigeren Körperzusammensetzung kommt als bei weniger Mahlzeiten pro Tag 16. Ein Erklärungsansatz ist, dass aufgrund einer hohen Verteilung der Mahlzeiten es zu einer geringeren, gesamten Insulinausschüttung kommt – insbesondere, wenn zusätzlich die Kohlenhydratzufuhr geringgehalten wird.

Dass eine möglichst geringe Insulinausschüttung fürs Abnehmen vorteilhaft ist, lässt sich aus den diversen Wirkungen des Insulins ableiten 17. Die Mobilisierung der Fette in den Fettspeichern und die anschliessende Oxidation der Fettsäuren werden erheblich durch das Insulin unterdrückt. Weniger Insulin ermöglicht daher mehr Fettverlust. Zudem erhöht Insulin die Fettbildung in der Leber. Und da Insulin generell anabol (Körpergewebe, inkl. Reserven aufbauend) und antikatabol (den Abbau beeinträchtigend) wirkt, ist eine möglichst geringe Insulinfreisetzung beim Abnehmen als sinnvoll einzustufen. Dafür muss der gesamte Gehalt an Kohlenhydraten in der Diät tief gehalten und idealerweise mit kleinen Portionen über den Tag verteilt werden.

Die ultradichten Nährstoff-Tabs werden unter anderem gemäss diesen Überlegungen hergestellt. Mit insgesamt 10 kleinen Tabs à 25 pro Tag bei einem Tab alle 90 min wird zusammen mit dem geringen Kaloriengehalt der 10 Tabs ein für das Abnehmen sinnvoller Zustand erzielt. Dass über diese unübliche Mahlzeitverteilung das gesunde Essverhalten gestört würde, lässt sich wissenschaftlich nicht bestätigen. Die Erfahrung von vielen Kunden der Vegisan AG ist viel eher, dass selbst nach einer längeren Anwendung die anschliessende Umstellung auf übliche Nahrung fast problemlos erfolgt. Die wesentliche «Schwierigkeit» in den ersten paar Tagen ist lediglich, dass man sich an die geringe Nahrungsmenge gewöhnt hat und daher es schwerfällt, grosse Portionen zu essen.

Schlussworte

Die Vegisan AG ist um jede kritische Diskussion zum Thema Übergewicht und Abnehmen wie auch um jede kritische Beurteilung der ultradichten Nährstoff-Tabs froh. Dadurch wird Transparenz geschaffen und eine faire Information gefördert. Denn es kursieren leider viele Fehlinformationen zu diesen Themen und es gibt auch leider zu viele Produkte, welche wie eingangs erwähnt unwahre Angaben verbreiten und so die gesetzlichen oder wissenschaftlichen Anforderungen nicht erfüllen. Von solchen Produkten distanziert sich die Vegisan AG ganz entschieden.

Die Vegisan AG stellt mit den ultradichten Nährstoff-Tabs das weltweit erste, rein pflanzliche Lebensmittel für die kalorienarme Ernährung her, welches als Tagesration für gewichtskontrollierende Ernährung eingesetzt werden kann. Als Tagesration von 10 Tabs liefern sie weniger als 1000 kcal. Die Tabs dienen auch als Mahlzeitersatz, zum Beispiel zur Unterstützung des Gewichtserhalts nach einer Gewichtsreduktion.
Mit dem BMI- und Kalorienrechner von Vegisan kann man die individuelle Kalorieneinsparung bei der Einnahme der ultradichten Nährstoff-Tabs berechnen (»BMI- und Kalorienrechner).

Literatur

  1. Sackett DL, Rosenberg WMC, Gray JAM, Haynes RB, Richardson WS. Evidence based medicine: what it is and what it isn’t. BMJ 1996; 312:71–2.
  2. Schweizerische Eidgenossenschaft, Eidgenössisches Departement des Innern (EDI). Verordnung des EDI über Lebensmittel für Personen mit besonderem Ernährungsbedarf (VLBE) vom 16. Dezember 2016 (Stand am 1. Mai 2017). 2017.
  3. Europäische Kommission. Richtlinie 96/8/EG der Kommission vom 26. Februar 1996 über Lebensmittel für kalorienarme Ernährung zur Gewichtsverringerung (Text von Bedeutung für den EWR). 1996. Amtsblatt der Europäischen Gemeinschaften, 22-26. 1996.
  4. Europäisches Kommission. Delegierte Verordnung (EU) 2017/1798 der Kommission vom 2. Juni 2017 zur Ergänzung der Verordnung (EU) Nr. 609/2013 des Europäischen Parlaments und des Rates hinsichtlich der besonderen Zusammensetzungs- und Informationsanforderungen an Tagesrationen für gewichtskontrollierende Ernährung. 7.10.2017. Amtsblatt der Europäischen Union, pp. 2–10. 2017.
  5. EFSA Panel on Dietetic Products, Nutrition and Allergies (EFSA NDA Panel). Scientific Opinion on the essential composition of total diet replacements for weight control. EFSA J. 2015; 13:3957.
  6. Deutsche Adipositas Gesellschaft, Deutsche Diabetes Gesellschaft, Deutsche Gesellschaft fE, Deutsche Gesellschaft für Ernährungsmedizin. Interdisziplinäre Leitlinie der Qualität S3 zur „Prävention und Therapie der Adipositas“. 2014. Martinsried.
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  8. Christensen P, Meinert Larsen T, Westerterp-Plantenga M, Macdonald I, Martinez JA, Handjiev S et al. Men and women respond differently to rapid weight loss: Metabolic outcomes of a multi-centre intervention study after a low-energy diet in 2500 overweight, individuals with pre-diabetes (PREVIEW). Diabetes Obes.Metab. 2018; In Druck.
  9. Franz MJ, VanWormer JJ, Crain AL, Boucher JL, Histon T, Caplan W et al. Weight-loss outcomes: a systematic review and meta-analysis of weight-loss clinical trials with a minimum 1-year follow-up. J.Am.Diet.Assoc. 2007; 107:1755–67.
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Von | 2018-09-11T16:52:05+00:00 2. September 2018|Abnehmen, Kritik, Science News, Übergewicht|0 Kommentare

Über den Autor:

Dr. Paolo Colombani
Chief Science Officer, Vegisan AG; 20 Jahre Lehr- und Forschungstätigkeit an der ETH Zürich

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